Mich selbst heilen

Jin Shin Jyutsu: Heil- und Lebenskunst

Verspannungen, Erkältungen oder Menstruationsbeschwerden einfach bei dir selbst heilen?
Mit Jin Shin Jyutsu kannst du deine Gesundheit wortwörtlich in die eigenen Hände nehmen.

Der Ursprung

Alten Aufzeichnungen zufolge, die in den Archiven des kaiserlichen Palasts in Japan aufbewahrt werden, war Jin Shin Jyutsu bereits vor der Geburt des Gautama Buddha (*563 v. Chr., † 483 v. Chr.; Indien) weit verbreitet. Die Heilkunst wurde vor allem mündlich überliefert, sodass sie über die Jahrtausende in Vergessenheit geriet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie von dem Japaner Jiro Murai (*1886, † 1960) wiederentdeckt. Durch seine Schülerin Mary Burmeister (*1918, † 2008) gelangte sie um 1950 auch nach Amerika und Europa. Heute gibt es in über 20 Ländern Jin Shin Jyutsu Praktiker*innen, von denen viele noch von Mary selbst unterrichtet wurden.

Wie funktioniert Jin Shin Jyutsu?

Wie das Blut in Blutbahnen fließt, strömt die Lebensenergie in Energiebahnen durch unseren Körper. Wird der Energiefluss gestört, entstehen Blockaden, die Beschwerden und Krankheiten verursachen können – vergleichbar damit, wenn sich das Blut in seinem Kreislauf staut. Gestört werden kann der Energiefluss sowohl durch plötzliche Veränderungen (z.B. ein Schicksalsschlag) als auch durch tägliche Gewohnheiten, mit denen wir uns schaden (z.B. eine unpassende Ernährungsweise oder destruktive Gedanken).
Jin Shin Jyutsu ist eine Kunst zur Harmonisierung der Lebensenergie in unserem Körper. Durch das Auflegen der Finger auf bestimmte Körperstellen lassen sich Blockaden lösen und Selbstheilungskräfte aktivieren.

Wie wende ich Jin Shin Jyutsu an?

Wir können uns selbst strömen („Selbsthilfe“) oder von jemand anderem geströmt werden. Wir können z.B.:

  • unsere Finger und Zehen halten: Umschließe einen Finger der einen Hand mit der anderen Hand und halte ihn einige Minuten (s. Abb. weiter unten).
  • acht ausgewählte Mudras machen: Mudras sind Finger- und Handhaltungen mit Heilwirkung. Die ein oder andere hast du vermutlich schon bei Buddha-Statuen gesehen.
  • eines oder mehrere der 26 SES (Sicherheitsenergieschlösser) strömen: Ein SES ist eine Körperstelle so groß wie die Faust der dazugehörigen Person (SES sind dreidimensional). Auf jeder Körperhälfte gibt es 26 SES (s. Abb.). Wir strömen ein SES, indem wir unsere Hände oder Füße ein paar Minuten lang darauflegen.
  • Organströme und andere Strömmuster strömen: Wir strömen mind. drei SES in einer bestimmten Reihenfolge, jedes mindestens eine Minute lang.

Der leichteste Einstieg: Fingerhalten

Umschließe einen Finger der einen Hand entspannt mit der anderen Hand. Das kannst du überall machen, wenn du gerade die Hände frei hast: beim Lesen, während einer Unterhaltung, in der Einkaufsschlange, … Fang am besten jetzt sofort damit an, während du diesen Blogartikel weiterliest. Entscheide spontan: Welchen Finger möchtest du gerade halten?

Was das bewirkt? Das Halten vom …

  • Daumen harmonisiert Sorge und Grübeln.
  • Zeigefinger harmonisiert Angst und Mangel (z.B. das Mangelgefühl, zu wenig Geborgenheit zu bekommen).
  • Mittelfinger harmonisiert Wut und Gereiztheit.
  • Ringfinger harmonisiert Trauer und hilft beim Loslassen.
  • Kleiner Finger harmonisiert Bemühung und Verstellung (z.B. wenn du innerlich weinst und äußerlich lachst).

Welchen Finger und auf welcher Körperseite wir ihn halten, hat noch viele weitere Bedeutungen. Glücklicherweise müssen wir gar nicht alles mit dem Verstand wissen, wir können auch intuitiv einen Finger halten – tun wir oft sowieso, ohne es zu bemerken. Im Grunde ist das Wissen längst in uns: Bereits Babys unterstützen durch Daumenlutschen ihre Verdauung (sowohl von Nahrung als auch von Eindrücken) und harmonisieren die Sorgen ihrer Eltern.

Meine Erfahrung - eine Selbstermächtigung

Ich und mir nahestehende Menschen hatten immer wieder Schmerzen und andere Symptome, für die die westliche Schulmedizin weder eine schlüssige Erklärung noch Lösungen hatte. So habe ich mich nach und nach aufgemacht, andernorts Heilungswege zu finden und bin 2015 bei Jin Shin Jyutsu gelandet.

Angefangen habe ich mit dem Fingerhalten in der U-Bahn zur Arbeit und in der Warteschlange. Ich besuchte einmal wöchentlich den Selbsthilfekurs der langjährigen Jin Shin Jyutsu Praktikerin Brigitte Hofmann in Berlin, wo wir uns in kleiner Gruppe strömten (jede*r sich selbst) und Fragen stellen konnten, und kaufte mir das von ihr zum Einstieg empfohlene Buch (s.u.). Mich begeisterte besonders, dass ich alles bei mir selbst anwenden konnte – und das leicht im Alltag.

Bald strömte ich mich überall – auf Spaziergängen, im Plenum, beim Filmgucken – und nahm mir außerdem fast täglich mindestens eine Stunde, um mich morgens im Bett oder nachmittags auf einer Decke draußen in der Sonne zu strömen. Erste Auswirkungen: Meine Migräne verschwand, die Periodeschmerzen wurden weniger und seltener, ich wurde ausgeglichener und konnte vielen Menschen und Herausforderungen gelassener begegnen.

Nach einem halben Jahr Selbststudium konnte ich alle Symptome meiner fast monatlichen Erkältungen (Husten, Frösteln, Heiserkeit, verstopfte Nase usw.) bei mir selbst harmonisieren – für mich als Sprecherin, deren Brot die Stimme ist, eine große Hilfe. Inzwischen habe ich höchstens eine Erkältung im Jahr, weil ich rechtzeitig meine Erschöpfung, negative Gedanken oder andere Auslöser bemerke und mein Verhalten bzw. meine Gedanken entsprechend verändere. Darum nennt sich Jin Shin Jyutsu wohl auch:

„Die Kunst MICH SELBST KENNEN (mir helfen) LERNEN“:

Mich zu strömen wurde in meinem Alltag so selbstverständlich wie Zähneputzen. Bei größeren „Projekten“ suche ich zudem immer eine erfahrene Praktikerin auf. So konnte ich z.B. einmal auf eine OP verzichten, die meine Frauenärztin erst für unabdingbar hielt.

Ich steckte meinen Partner mit meiner Begeisterung an. Wir besuchten weiterführende Kurse, wo wir lernten, Strömmuster an anderen zu strömen, und strömten uns ab und zu daheim gegenseitig – so wie andere sich manchmal massieren. Es ist meditativ, fühlt sich gut an, und besonders fasziniert mich: Wenn wir jemand anderen strömen, heilen wir zugleich auch uns selbst.

Für mich selbst gut sorgen zu können, fühlt sich unbeschreiblich ermächtigend an. Und wie wundervoll ist es auch, für andere da sein zu können: Z.B.habe ich meine Mutter nach einer OP eine Woche lang jeden Tag zweimal bei ihr Zuhause geströmt. Und auch mein Partner hat seine Mutter im Krankenhaus täglich geströmt. Jedes Mal mit einfachen Anwendungen und spürbarem Erfolg.

Deine Gesundheit in die eigenen Hände nehmen?

Nachdem ich Jin Shin Jyutsu sieben Jahre lang hobbymäßig erforscht habe, ist ein neues Feuer entfacht: Ich möchte diese ganzheitliche Heilkunst, die auf allen Ebenen wirkt (körperlich, energetisch, seelisch, emotional) anderen Menschen näherbringen. Darum mache ich nun die Weiterbildung zur Praktikerin und biete in Berlin einen Schnupperkurs an, in dem du lernen kannst, dich selbst zu strömen. Wenn du teilnehmen möchtest, schreib mir und ich maile dir aktuelle Infos.

Mehr über Jin Shin Jyutsu erfahren:

Kurse (auch online) und Kontakte sämtlicher Praktiker*innen (europaweit) findest du unter: www.jinshinjyutsu.de

Fürs Selbststudium empfehle ich das Buch  „Jin Shin Jyutsu“ von Waltraud Riegger-Krause (Gebundenes Buch, EAN 9783424151718). – Geeignet zum Einstieg und für Fortgeschrittene.

"Jin Shin Jyutsu"
von Waltraud Riegger-Krause

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